5 smarte Lightroom Tipps, Tricks & Hacks vom Profi

By Vladi | Optimieren

Jul 17
lightroom tipps, tricks und hacks

In diesem Blogbeitrag möchte ich dir 5 smarte Lightroom Tipps, Tricks & Hacks verraten. Schreibe in die Kommentare und lass mich gerne wissen, wie sie dir gefallen haben und ob du sie schon kanntest.

#1 Caps-Lock-Taste beim Bewerten deaktivieren

Vielleicht kennst du den Trick mit der Caps-Lock-Taste (Feststelltaste) beim Sortieren? Dazu gibt es einen sehr coolen Lightroom Tipp, den nur wenige Leute kennen. Vorerst aber kurz die Erklärung zur Caps-Lock-Taste, falls noch unbekannt:

Wenn du die Caps-Lock-Taste aktivierst, wird Lightroom automatisch aufs nächste Bild im Filmstreifen springen, sobald du eine Bewertung vorgenommen hast. Ganz egal, ob du Sterne, Flaggen oder Farben vergeben hast. Du brauchst also nicht die Pfeiltasten an der Tastatur benutzen.

Es kann aber sein, dass du mehr als eine Art Bewertung vornehmen möchtest – zum Beispiel sowohl eine Sternebewertung als auch eine mit Farbe. Dann müsstest du doch die Tastaturpfeile verwenden und nach der ersten Bewertung zurück zum Foto gehen.

Genau für dieses Problem gibt es eine smarte Lösung:

Halte während der Markierung die Shift-Taste gedrückt – so deaktivierst du vorübergehend die Funktion der Caps-Lock-Taste und bleibst beim Bild. Während der zweiten oder dritten Bewertung lässt du einfach die Shift-Taste los und schon landest du wie gewohnt auf dem nächsten Bild.

#2 Lightroom Presets staffeln

Ich hoffe, dass du bereits mit Presets bzw. Vorgaben arbeitest. Dabei würde ich zwischen zwei Arten unterschieden – solche, die die Gesamtwirkung des Bildes beeinflussen und als Basis dienen sowie solchen, die Teilaspekte der Bildbearbeitung umfassen. Zweiteres können z. B. die Vignettierung, Teiltonung oder das Schärfen sein.

Diese Teilkorrekturen, die du öfters nutzt, kannst du als Presets speichern, um schnell darauf zuzugreifen. Dabei ist es häufig notwendig deren Stärke/Ausprägung anzupassen, damit sie, je nach Bild, optimal passen. Genau hier kommt mein Lightroom Tipp ins Spiel:

Speichere diese Presets gestaffelt, damit du nicht umständlich im rechten Bedienfeld herumfummeln muss.

Schauen wir uns das Ganze am Beispiel der Vignettierung an. Angenommen du nutzt am häufigsten etwa 3 verschiedene Stärken der Vignettierung.

vignettierung presets lightroom

Schritt #1: Nehme im rechten Bedienfeld unter Reiter Effekte zuerst die Einstellungen für die schwächste Vignettierung vor. Beispielsweise Betrag -5 | Mittelpunkt 15 | Rundheit -25.

Schritt #2: Speichere nur diese Einstellungen als Preset namens „Vignettierung +“. Klicke dazu im linken Bedienfeld beim Reiter Vorgaben rechts oben auf das + (Plus) und dann auf „Vorgabe erstellen“. Im soeben erschienenen Dialogfenster setze ein Häkchen nur unter „Vignettierung nach Freistellen“ (du kannst auch die Prozessversion ankreuzen). Oben beim Vorgabenname schreibst du „Vignettierung +“, ggf. ordnest du die Vorgabe einer Gruppe zu und klickst auf „Erstellen“. Fertig ist das Preset für die Vignettierung mit der geringsten Stärke.

Für das Preset mit der mittleren Stärke, schaust du dir wieder das rechte Bedienfeld mit der Vignettierung an, das noch geöffnet ist, und bewegst den Regler Betrag auf -20 sowie Mittelpunkt auf 10. Dann wiederholst du Schritt #2 von oben mit dem Unterschied, dass du als Name „Vignettierung ++“ vergibst.

Für die stärkste Vignettierung kannst du den Betrag auf -30 setzten und den Rest gleich wie „Vignettierung ++“ belassen. Damit erstellst du ein Preset „Vignettierung +++“.

Jetzt hast du drei der häufigsten Vignettierungen gestaffelt als Presets, die du mit nur einem Klick anwenden kannst. Wenn die Live Vorgabevorschau-Funktion aktiviert ist, siehst du sogar bei Mouseover wie sie sich auswirken und entscheidest, welche davon dir für das jeweilige Bild am besten gefällt.

Die Live Vorgabevorschau-Funktion kannst du in den Voreinstellungen (de)aktivieren: Lightroom > Voreinstellungen (Mac) bzw. Bearbeiten > Voreinstellungen (Win) -> Registerkarte Leistung und dort unter Vorgaben-Vorschauen per Mauszeiger in der Lupe aktivieren.

#3 Schnell nach virtuellen Kopien filtern

Hattest du schon mal den Wunsch, dass Lightroom dir nur die virtuellen Kopien oder nur die Masterfotos anzeigt? Und das super schnell? Das klappt sehr einfach wie folgt:

Schritt #1: Gehe in das Bibliothek-Modul (Taste G oder E)
Schritt #2: Öffne die Filterleiste (Taste <) und gehe sicher, dass „Attribut“ (oben in der Mitte) aktiviert ist
Schritt #3: Klicke ganz oben rechts unter „Art“ auf das mittlere Symbol

Fertig!

virtuelle kopien filtern

PS: Mit Klick auf das erste (linke) Symbol erscheinen die Masterfotos und beim letzten (rechten) Symbol die Videodateien.

#4 Namen für deine Farbmarkierungen vergeben und sich merken

Vielleicht arbeitest du bereits mit den Farbmarkierungen in Lightroom und weißt, dass dir 5 verschiedene Farben zur Verfügung stehen – Rot, Gelb, Grün, Blau und Lila. Die ersten vier Farben lassen sich u. a. mit den Zahlentasten von 6 bis 9 vergeben. Für Lila gibt es keinen Shortcut. lightroom farben

Es existieren unzählige Möglichkeiten die Farbmarkierungen zu nutzen und wenn man 10 Personen fragen würden, würde es mich nicht wundern, wenn dabei 10 verschiedene Antworten rauskommen. Zum Beispiel für:

  • Panorama Fotos
  • Facebook
  • Collagen
  • Verschiedene Kameras
  • Den Blog
  • Noch zu bearbeiten
  • Besonders schön
  • Stockagenturen
  • Fremde Fotos
  • Zum Ausdrucken

Wenn du einen Blick auf die Metadaten wirfst (rechtes Bedienfeld in der Bibliothek), findest du die jeweilig vergebene Farbe unter „Beschriftung“. Bei Bedarf kannst du danach auch filtern/suchen.

metadaten farbmarkierung

Genau dieser Text in der Beschriftung, also der Name der Farbe, lässt sich nach Wunsch ändern. Angenommen, du möchtest mit Blau die Fotos für Facebook markieren, kannst du den Namen der Farbe von „Blau“ auf „Facebook“ umbenennen. So geht es (bitte bis Ende von diesem Lightroom Tipp lesen, bevor du irgendwas in Lightroom änderst):

In der Lightroom Bibliothek im Menü Metadaten > Farbmarkierungssatz > Bearbeiten …

Achtung: Wenn du den bestehenden Farbmarkierungssatz bearbeitest und dann auf „Ändern“ klickst, werden deine bisherigen Farben verschwinden. Deshalb wäre vielleicht sinnvoll einen neuen Markierungssatz zu erstellen und damit neu anzufangen. Dazu musst du nach Umbenennen im Dropdown-Menü „Vorgabe“ „Aktuelle Einstellungen als neue Vorgabe speichern…“ auswählen. Jetzt erscheint der neue Satz zusätzlich und du kannst zwischen den beiden Sätzen wechseln.

Wenn du jetzt z. B. mit der Maus auf dem Symbol für die Farbe in der Toolbox (Werkzeugleiste) verweilst, wird dir die neue Beschriftung angezeigt. Wenn du in der Rasteransicht (G) auf das Farbsymbol unten rechts im Thumbnail klickst, siehst du die Liste mit den neuen Farbennamen. 

Workaround

Damit du dir die Wechslerei zwischen den Sätzen aber sparst, gibt es folgenden Workaround, denn du noch vor der obigen Umbenennung vornehmen solltest:

Erstelle für jede Farbe, die du bis jetzt verwendet hast, eine Sammlung (keine Smart-Sammlung!) mit den Namen der Farbe. Filtere bei allen Fotos im Katalog nach der Beschriftung und füge die Bilder mit der jeweiligen Farbe zur jeweiligen Sammlung hinzu.

Nach ändern des Satzes würden die Markierungen zwar verschwinden, aber du öffnest dann die Sammlungen, selektierst alle drin enthaltenen Bildern (Cmd (Strg) + A) und markierst sie mit der jeweiligen Farbe, was du anhand des Namens der Sammlung erfährst. Anschließend kannst du die Sammlungen löschen.

Achtung: Wenn du mit mehreren Katalogen arbeitest, musst du das Ganze bei jedem Katalog vornehmen. Der neue Farbmarkierungssatz wird in jedem Katalog existieren. Du muss in den alten wechseln (wird aufgelistet unter Metadaten > Farbmarkierungssatz) und das Prozedere mit den Sammlungen wiederholen.

Wie du vielleicht erkannt hast, kannst du verschiedene Farbmarkierungssätze erstellen und damit arbeiten. In den meisten Fällen ist das aber zu viel des Guten und man kommt möglicherweise durcheinander. 

Es ist außerdem nicht möglich dasselbe Bild mit Markierungen aus zwei oder mehr Farbmarkierungssätzen zu versehen - es bleibt nur die letzte Markierung, die alles davor überschreibt.

Wie merkst du dir nun, welche Farbe zu welchem Zweck gedacht war?

Du könntest dir ein Post-it an den Bildschirm kleben oder dich für eine etwas aufwendigere aber weitaus elegantere Lösung entscheiden, die ich dir im Folgenden präsentiere.

Per Endmarke

Ich habe in Photoshop bereits eine PNG-Datei erstellt, die mein digitales Post-it darstellt. Jetzt muss ich es nur noch in Lightroom „kleben“.

Dazu gehe ich in die Voreinstellungen -> Benutzeroberfläche > Endmarken -> Gehe zu Bedienfeldmarke-Ordner und kopiere dort in den Ordner meine PNG-Datei rein. Danach schließe und öffne ich das Dialogfenster nochmal, und wähle die eben eingefügte PNG-Datei aus dem Dropdown-Menü aus. Voilà!

Um dein Leben zu erleichtern, stelle ich dir eine PSD-Datei als Vorlage samt Anleitung gratis zur Verfügung. Du musst dich dafür nicht einmal eintragen :-). Klicke einfach hier und lade dir die ZIP-Datei herunter.

#5 Schnellsammlung nutzen

Das Entscheidende bei der Schnellsammlung ist – wie der Name schon sagt – die Schnelligkeit. Du kannst mit ihrer Hilfe sehr schnell Bilder für verschiedene Zwecke vorübergehend an einem Ort sammeln und nach Erledigung den Ort aufräumen.

Zum Beispiel, wenn du für deine Oma zu Weihnachten Bilder für Fotoabzüge aussuchst oder Bilder, für die dein Kunde einen Extra-Wunsch hat und du sie nicht unbedingt zusätzlich mit Flaggen oder Farben markieren möchtest (z. B. wegen Überschneidungen).

schnellsammlung in lightroom

Die Schnellsammlung befindet sich in der Lightroom Bibliothek im linken Bedienfeld, Reiter „Katalog“.

Wenn du bis jetzt keine Zielsammlung verwendet hast, dann würde rechts neben der Schnellsammlung ein „+“ stehen. Wenn dort kein Plus steht, empfehle ich dir vor der Nutzung der Schnellsammlung sie als Zielsammlung festzulegen: Rechtsklick darauf „Als Zielsammlung festlegen“ oder per Shortcut Cmd (Strg) + Alt + Shift + B.

schnellsammlung als zielsammlung

Jetzt kannst du mit der Taste B super schnell Bilder zur Schnellsammlung hinzufügen. Dabei können die Bilder wie bei einer normalen Sammlung aus verschiedenen Ordnern und Sammlungen stammen.

Anschließend lässt sich die Schnellsammlung als normale Sammlung speichern – Rechtsklick darauf „Schnellsammlung speichern“ bzw. Cmd (Strg) + Alt + B. Im soeben erschienen Dialogfenster steht dir die Option zur Verfügung, die Schnellsammlung nach dem Speichern zu löschen.

Löschen geht auch per Rechtsklick auf die Schnellsammlung und dann auf „Schnellsammlung löschen“ bzw. Cmd (Strg) + Shift + B oder einfach alle Bilder in der Sammlung markieren (Cmd (Strg) + A) und auf die Backspace-Taste drücken. Keine Sorge, die Bilder werden nicht gelöscht, sondern lediglich aus der Sammlung entfernt bzw. die Sammlung wird geleert.

Haben dir die Kniffe gefallen?

Das waren 5, wie ich finde, smarte Lightroom Tipps, Tricks & Hacks, die deine Arbeit in Lightroom etwas schöner und effizienter machen. Wie haben sie dir gefallen? Würdest du sie in deinen Workflow integrieren?

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Das Video zum Artikel

Hier das Video zu den 5 Lightroom Tipps, Tricks & Hacks, falls du mehr als nur Texte und Bilder haben möchtest. Viel Spaß damit!

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